Die Graue Eminenz – Album "Instrumentalisiert"

Instrumentalisiert

Band :
Title : Instrumentalisiert
Release Date : 5. November 2016
Catalog ref. : 163534
Format : CD

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Lyrics

Leben macht müde

Strampeln auf dem Fahrrad unterwegs nach Schoenenbuch
Weg von meinen Eltern und vom Mathebuch
Gleich klopf ich an ihr Fenster, sie laesst mich hinein
Ein bisschen Knutschen dazu Hard Rock, es wird wie immer sein

Es laeuft ne riesen Party im Jugendfreizeithaus
Headbangen ohne Gnade, die Energie muss raus
Saufen bis zum umfallen mit Fritz und Malibu
Auch ein paar Tueten sind im Umlauf, gehoert ja wohl dazu

1991 mein 1. Rockkonzert
Die Monsters kommen nach Basel, da pogt mein junges Herz
Angus ist der Koenig, Metallica voll fett
Fuer Ticket, Bier und T-Shirts, das Taschengeld ist weg

Frag nicht weiter wie es war, ich erinner mich nicht mehr
Es kommt mir vor, als waer es 100 Jahre her, oder mehr
Leben macht muede

Die wilden Teenie Jahre für mich ne geile Zeit
Bepackt mit Illusionen für die Ewigkeit
Ich liess die Haare wachsen, wir gruendeten ne Band
Das Leben war berauschend, wir rockten ungehemmt

Dann kam ich in die 20er, die Leichtigkeit war weg
Gelandet auf dem Boden, gestrandet voll im Dreck
Das waren die Hundejahre, die Suche nach dem Sinn
Nicht viel ist geblieben, wo sind die Jahre hin?

Frag nicht weiter wie es war, ich erinner mich nicht mehr
Es kommt mir vor, als waer es 100 Jahre her, oder mehr, oder mehr

Strampeln auf dem Fahrrad unterwegs nach Schoenenbuch
Weg von meinen Eltern und vom Mathebuch
Gleich klopf ich an ihr Fenster, sie laesst mich hinein
Ein bisschen Knutschen dazu Moetley, so muss es sein

Frag nicht weiter wie es war, ich erinner mich nicht mehr
Es kommt mir vor, als waer es 100 Jahre her, oder mehr
Frag nicht weiter wie es war, ich erinner mich nicht mehr
Es kommt mir vor, als waer es 100 Jahre her, oder mehr
Oder mehr, oder mehr, oder mehr

Immer, immer

Menschen können
Ich kann nicht
Menschen brauchen
Ich brauch dich

kann nicht leben
Ohne dich
Bist mein Alltag
Ohne Dich, bin ich nichts

Für dich bin ich nur Träger
Du mein Parasit
Für dich werd ich zum Jäger
Dynamit

Ich küss dich morgens
Vernasch dich mittags
Trink mit dir abends
schlaf mit dir

In meinem Bett (wie) angekettet
kann mich nicht zur Seite drehen
Erinnere mich nicht, wie’s ist
den Tag clean zu überstehn

Ich weiss doch, ich weiss doch, dass ich morgen aufhören will
Ich weiss doch, ich weiss doch, das macht alles keinen Sinn
Ich weiss doch, ich weiss doch, dass ich morgen aufhören will
Ich weiss doch, ich weiss doch, das macht alles keinen Sinn

Ich brauch dich immer, immer

Instrumentalisiert

Früh lernst du zu lernen,
Was du kannst, was du brauchst
Wer du sein wirst,
definiert

Deine Kindheit durchgeplant
Tagesabläufe strukturiert
Dein Werdegang wohl dosiert, rhythmisiert

Geprüft auf deine Stärken
Möglichkeiten eruiert
Standardisiert, evaluiert, diskutiert

geschliffen und gemeisselt
rumgeschraubt, optimiert
Rebellentum sorgfältig nivelliert

In die Gesellschaft eingegliedert
Zum freien Bürger programmiert
Wer du bist: offiziell verifiziert

Dein Leben aufgezeichnet
Gespeichert, digitalisiert
Deine Gedanken dechiffriert

Alles zu deinem Wohl
Uneigennützig motiviert
Es geht um dich, Chancen garantiert

Du darfst wählen, selbstbestimmen
‚Sei du selbst’ wird suggeriert
Instrumentalisiert

Es geht uns gut, wir sind zufrieden
Ein bisschen Unrecht ignoriert
Kein Grund zu Klagen
das Schicksal akzeptiert

Schätzen den steten Rhythmus
Sind verlässlich, diszipliniert
Kein Sand im Getriebe (Schuften für den Alltag)
Es funktioniert

Es bringt gar nichts zu streiten
Solange Wohlstand uns umgibt
Wer mitspielt - profitiert

Der Unsinn dieses Lebens
Durch den Gehaltsscheck kaschiert
Der freie Markt des Kapitals regiert

Scheuklappen vor den Augen
Die Opfer zensiert
Instrumentalisiert

Ein Hoch auf unsere Werte
Die Folgen bagatellisiert
Instrumentalisiert

Früh lernst du zu lernen
Was du willst thematisiert
Was dich ausmacht, konzipiert, organisiert

Deine Ecken, deine Kanten
Getrimmt, gestutzt und fein justiert
Deine Zweifel relativiert, eliminiert

Ein Spiel braucht nun mal Regeln
In Gesetzen manifestiert
Wer nicht gewinnt - verliert

Die Erhaltung des Systems
In dein Gewissen infiltriert
Instrumentalisiert

Ethik und Moral
Von der Habgier penetriert
Instrumentalisiert

Abends einem Weinchen
Über Unrecht philosophiert
Instrumentalisiert

Überall ist einerlei

Geb mir wirklich Mühe, will verstehen
Welt offen sein, Chancen geben
Mich nicht verschliessen vor dem was geht
Worum sich im Alltag Leben dreht

Überall diese Menschen,
Überall ist einerlei
Trends gefallen immer
Ganz egal, was es auch ist
Sie sind dabei

Geht’s Menschen gut, egal wo
Rennen sie in Herden durch die Stadt wird zum Zoo
Müssen kaufen, kaufen ist doch klar
Für irgendwas ist die Kohle schliesslich da

Überall diese Menschen,
Überall ist einerlei
Coole Kids braucht’s immer
Ganz egal was es grad ist, Gangnam style

Überall

Überall diese Menschen,
Überall ist einerlei
Überall diese Menschen,
Überall ist einerlei
Überall diese Menschen,
Die Welt versinkt (erstickt) im Matsch des Einheitsbreis

Nur hier

In diesem Grau gemischt mit Grau, gemischt mit Grau
Diesem Ort, wucherndem Wachstum ja, genau
Wie ein Geschwür breitet es sich unaufhaltsam aus
Sich drängende Autos - ewige Staus, Staus

Hier will ich sein, nur hier

Die tobende Gischt der ersaufenden Menschheit (ist) mein Verein
Tief in den Strudeln des nahenden Nichts dort bin ich Daheim
Wo die Menschen dicht gedrängt am Abgrund stehen
Mit strammer Brust, wehenden Fahnen untergehen

Hier will ich sein, nur hier

In diesem Grau gemischt mit Grau, gemischt mit Grau
(In) trostlosen Städten, wuchernden Wachstum ja, genau
(Dort) wo die Menschen ihren Unsinn zelebrieren
Dank Fortschritt über die Umwelt triumphieren

Hier will ich sein, nur hier

Schatten der Vergangenheit

Schatten der Vergangenheit
Drängen auf Erlösung
Im Dunst einer verlorenen Zeit
aufgehört zu dösen

Viel zu lange auf der Flucht
Vor niemandem ausser dir
Deinen Ängsten ausgewichen
Durch die Hintertür geschlichen

Warten lohnt sich nicht
Wie man ohne Zweifel sieht
Verdorben und verwelkt
Wer gegen sich selbst (nur) spielt

Viel zu lange voller Hass
Auf niemanden ausser dich
Mit dir gekämpft, dich fest gebissen
Auf die Wahrheit, die Wahrheit geschissen

Einfach weiter

Immer Hass und Gewalt
Immer Krieg, Immer Tod
Härte, Brutalität
Mord

Herrschsucht, Arroganz
Selbstgefälligkeit
Eingebildet, aufgeplustert
Eitelkeit

Willkürlich, unbarmherzig
Kalt, erbarmungslos
Niederträchtig, Hinterhältig
Gnadenlos

Ich geh einfach weiter
mach einfach weiter
lauf einfach weiter
Neben dir – geht das gut

Immer Trägheit, Passivität
Gleichgültigkeit
Desinteresse, Ignoranz
Bequemlichkeit

Immer Angst, vor Verlust
geile Lust auf Konsum
Immer Gier nach mehr
Immer benommen, eingelullt

Ich geh einfach weiter
Ich mach einfach weiter
Ich lauf einfach weiter
Neben dir – geht das gut

Sumatra

Dies ist Zeit unseres Lebens
Auf diesen Strassen, in diesen Kurven
auf unserem Weg
irgendwo
auf unserem Weg
irgendwo
auf Sumatra

Dies ist die Zeit unseres Lebens
Dort wo wir sind,
wo wir hin wollen
Auf unserem Weg durch die Zeit
Auf unserem Weg
irgendwo, im nirgendwo
Auf Sumatra

Wir reisen weiter, keine Frage
machen weiter unser Ding
Dort wo wir sind,
ist wo wir sein sollen
dort wo wir sind
ganz genau hier, ganz egal wo
auf Sumatra

Wir sind frei, fühlen den Beat
Summen leise unsere Melodie
Dies ist die Zeit unseres Lebens
Dies ist die Zeit du & ich

Wir grüssen die Lebenden und die Toten
verneigen uns vor allem Schönen
Dies ist die Zeit unseres Lebens
Unbeschwert, unterwegs
Dies ist die Zeit unseres Lebens
Dies ist die Zeit
Ich liebe dich

Auf der rechten Fahrbahn

Farben ändern sich
An diesem Januartag
einem Montagmorgen
Den kein Mensch mag

Leere Blicke aus leeren Autos
Ein Rattenrennen wie gewohnt

Farben ändern sich
Der Tag erwacht
Kurvst wieder rum
In voller Pracht

Müde, träge, alles wie gehabt
Nur heute (diesmal) lächelst du

Hier auf der rechten Fahrbahn
Überall Ampeln & Schilder
Regeln, die verhindern
Sie können dir nichts antun
Unsinn macht dich stark

Tag für Tag für Tag für Tag für Tag

Hier auf der rechten Fahrbahn
Überall Ampeln & Schilder
All den Regeln, die verhindern
Sie können dir nichts antun
Unsinn macht dich stark

Dreck

Dreck in unseren Augen
Dreck auf unserer Haut
Dreck in unseren Adern, unserem Blut

Dreck auf unseren Träumen
Dreck in unserem Glück
Auf unserer Hoffnung, unserem Mut

Im Dreck einer Mensch gemachten Zeit

Suchte Ideale
Frei von blossem Schein
Bin gestrauchelt
Habe mich verirrt

Dacht ich könnt entkommen
Mich vor mir befreien
Merkte schnell (bald, dann)
Ich habe mich geirrt (Da hab ich mich geirrt)

Dreck in meinem Denken, meinem Sein
Überall liegt Dreck

Wir sitzen fest, im Unrat dieser Zeit
Aus diesem Matsch (Sumpf), finden wir keinen Weg
Wären gerne sauber, rein und unbefleckt
Wohin mit unserem Schrott, dem ganzen Dreck?

Dreck in unseren Städten,
Dreck im Überfluss
Dreck

Dreck auf dem Planeten,
Dreck überall
Tief in den Meeren,
Hoch im Weltall

Überall nur Dreck

Wir sitzen fest,
im Dreck der Menschlichkeit
mit unserem Hirn kommen wir nicht vom Fleck
Wären gerne weise, rein und unbefleckt
Wohin mit unserem Schrott, dem ganzen Dreck?
Wohin mit unserem Dreck?

Auf dem Parkplatz

Strassen werden neu geteert,
der Ort aufgerissen
Der Winter war besonders hart
Dunkel, kalt, beschissen

Ich habe viel gegrübelt, nachgedacht
mich um so manche lange Winternacht gebracht

Uhren wieder umgestellt
Tage endlich länger
Müdigkeit wie weggefegt
Die Bettflasche im Keller

Ich radle mit dem Fahrrad durch die Stadt
Ausgelassen wie ich es schon so lange nicht mehr getan hab

Mädels stolzieren in High Heels & Miniröcken rum
Tramschienen, lange Beine
bringen mich an jeder Ecke fast um
Die ganze Stadt flott rausgeputzt
Hab bei den Nachbarn Blumen für dich gepflückt
Dunkle Tage ganz weit weg
Auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt (wird) wieder gekickt

Hunde sind jetzt wieder los
Nicht alle tragen Leinen
Im Schützenmattpark Yoga Kurs
Mit sich und der Welt im Reinen

gebräunt, gestylt, gepeelt, frisch frisiert
den Körper glatt rasiert, den Schwimmring wegtrainiert

Jetzt springen sie wieder rein, treiben mit dem Schmelzwasser Fluss ab
Aus allen Löchern strömen sie heraus, sehn (und) gesehen werden angesagt
Die ganze Stadt blüht wieder auf
Hab meinen inneren Schweinehund besiegt
(Die dunklen Tage) Dunkle Tage ganz weit weg
(&) auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt (wird) wieder gekickt

Strümpfe

Hey Baby
Baby, es drückt der Schuh
Hey Lady
Kein Plan, was sollen wir tun?
Hey Baby
So wie’s ist macht’s nicht Sinn
Hey Lady
Liebste, wo wollen wir hin?

Tanzen
Mal wieder tanzen
Tanzen
Hey süsses Mädchen

Ein Haar schwimmt in der Suppe
Eine Fliege im Kaffee
Es gibt immer was zu bemängeln
Es schmerzt der kleine Zeh

Bla bla bla es geht mir schlecht
Bla bla bla ich fühl mich mies
Die Welt so ungerecht und fies

Tanzen
Raus und tanzen
Tanzen
Hey süsses Mädchen

Zieh die Strümpfe an
Zieh die Strümpfe an
Zieh die Strümpfe an
Heut schwingen wir das Tanzbein